Stirbt innerlich. Applaudiert äußerlich. Standing Ovation am offenen Sarg.
In dem Moment, in dem es passiert, fangen deine Hände an zu klatschen, bevor deine Seele irgendwas davon abgesegnet hat. »Glückwunsch, ehrlich so verdient« — getippt, abgeschickt, warm interpunktiert, während irgendwo tief im Gebäude von dir ein ganzes Stockwerk brennt. Das Auge sieht der Performance seit Jahren zu und will, dass du es weißt: Sie ist makellos. Die Beförderung des Kollegen. Die Verlobung des Ex. Der Pokal des Rivalen. Niemand hat je die halbe Sekunde erwischt, die dein Gesicht braucht, um den richtigen Ausdruck zu laden — niemand außer dem Auge. Und das sieht es darunter: Du hast vor langer Zeit entschieden, dass dein Neid DEIN Problem ist, nicht ihres, und du weigerst dich, andere Leute Steuern auf deine Gefühle zahlen zu lassen. Das ist aufrichtig ehrenhaft. Aber das Auge sieht auch die Kosten einer rund um die Uhr geöffneten Botschaft: Niemand erfährt je, dass du leidest, also hilft dir auch nie jemand, und der Applaus, den du performst, fühlt sich langsam wie die einzige Sprache an, die deine Enttäuschung sprechen darf. Die Würde ist echt. Das Grab, auf dem sie steht, auch.
Hol dir deinen Read — gratis fürs iPhoneder applaus ist echt und der schmerz ist echt. du hast nur entschieden, dass niemand den zweiten zu sehen bekommt.